Mittwoch, 29. Januar 2020

Traum erfüllt ...

 Wie war das noch mal mit der Passion Nähen?
Nach der Wende habe ich meine eigene Nähmaschine von meinen okEltern zu Weihnachten bekommen. Ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung. Meine Mama nähte noch immer mit einem alten Erbstück ihrer Schwiegermutter, die sie leider nie kennen lernen durfte. Diese Rarität wurde gehütet wie ein Augapfel und nicht einmal ich durfte mci daran versuchen. Doch mit der eigenen Nähmaschine sah das anders aus. Gedacht war sie zum Nähen von Gardinen, denn eine gerade Naht würde ich schon hinbekommen. Lange habe ich mich daran versucht. Ganz so einfach war es dann doch nicht. Es zog und zipfelte. Der Faden riss. Das Teil brachte mich manches Mal fast zum Verzweifeln. Doch meine Mutter spornte mich immer wieder an. Probieren, probieren und nochmals probieren. Dann begann ich kleine Kissen zu nähen. Später kaufte ich Stoff, um meine Wohnzimmerkissen zu nähen. Ich versuchte mich daran, einen Reißverschluss einzunähen. Der Trenner wurde mein Komplize und bester Freund. Ich ließ nicht locker. Jedes Stück wurde besser.
Irgendwann schlief meine Nähwut wieder ein und die Nähmaschine fristete ein stiefmütterliches Dasein.
Als mein Enkelkind geboren wurde, kaufte sich meine Schwiegertochter eine Nähmaschine und bat mich, ihr die ersten Schritte beizubringen. Beim nächsten Besuch zeigte sie mir stolz ihre ersten Projekte. Auch meine Geburtstagsgeschenk war etwas Selbst-Genähtes. Toll.
Das war der Moment, an dem ich auch wieder mich an anderen Projekten als an Gardinen versuchte.
Den endgültigen Durchbruch allerdings gab mir das erste T-Shirt, das sie genäht hatte. Auch ich wollte für mein Enkelkind etwas nähen.
Und da mich meine Wege samstags nach Venlo führten, war es nicht abwegig, dort mal nach Stoffen zu sehen. Und oh weh! Was sollte ich nehmen? Ein Kinderstoff schöner als der andere. Der erste Versuch sollte nicht so teuer sein. Ich wusste nicht, ob ich das hinbekommen werde. Jersey. Ich nähte das erste Mal Jersey.
Und es klappte. Auf einer Stufe zu verweilen gab es für mich nicht. Es musste eine Overlock her. Ein gebrauchtes Modell musste erst einmal seinen Dienst versehen, bevor ich mir eine richtig gute Ovi kaufte.
Die Projekte wurden immer anspruchsvoller, nicht immer perfekt, aber immer besser. Und auch die Stoffbeschaffung weitete sich aus.
Mein weitester Besuch eines Stoffparadieses führte mich zu Megastoffen nach Enschede in Holland. Meine Ausbeute ist hier zu sehen. Einen Teil der Stoffe habe ich schon verarbeitet. Sowohl die Coupons als auch die Meterware sind qualitativ hochwertige Stoffe. Und anders als in Deutschland sind die Preise einladend. Auf jeden Fall Limit festlegen.
Ich liebe es zu nähen für mich, für meine Enkel und meine Tochter. Selbst für meinen Freund habe ich schon ein T-Shirt genäht. Es macht Spaß, selbst etwas zu produzieren. Ein Hobby, das das Selbstbewusstsein stärkt und Erfüllung bringt.
 

Dienstag, 28. Januar 2020

Fürs Dorffest

 In jedem Jahr findet hier das Brunnenfest statt. Jeder, der möchte, beteiligt sich auf seine Art und Weise. Immer sehr begehrt sind die kleinen Gaben für die Tombola. Also habe ich beschlossen, ein Utensilo zu nähen. Wie immer war es ein großes Problem, den richtigen Stoff zu finden. Doch am Ende hat es mir gut gefallen.
Ich finde Utensilos immer wieder toll. Man kann sie herrlich aufpimpen: mit Außentaschen oder nicht. so rund wie hier oder auch eher als Brotkorb für die Gartenparty. Das ist übrigens mein Plan für die Gartensaison.
Auch diesen Stoff habe ich in Rheinberg gekauft.

T-Shirt und Jumper

Baumwolljersey
 Nachdem die Flamingos lange vor sich hin schlummerten, wurde sie endlich zum T-Shirt verarbeitet. Leider war ich ich sehr sauer, denn ich hatte einen anderen Schnitt im Visier. Doch ich habe zu wenig Stoff zur Verfügung gehabt. Und zu allem Überfluss war es nicht mal mein Verschulden, denn die Verkäuferin hat einfach zu wenig abgeschnitten.
Also Schnitte ausdrucken und zusammensetzen, die richtige Größe auszuschneiden und festzustellen, dass es wieder nichts wird. Am Ende stellte ich fest, dass ein Shirt mit Ärmel nicht drin war. Und so entstand eins mit überschnittenem Arm.
Jersey
Viel besser lief es dann mit dem Jumpsuit. Den Stoff hat irgendwann einmal mein Schatz in Venlo auf dem Samstagsmarkt entdeckt und redete so lange auf mich ein, bis ich endlich zugeschlagen habe. Oft hatte ich ihn in der Hand, legte ihn wieder beiseite. Doch als ich den Jumpsuitschnitt von Schnittgeflüster vor mir liegen hatte, wusste ich, dass es genau der Schnitt für genau diesen Stoff war. Und voilà ein Wohlfühljumper ist entstanden. Ich liebe ihn. Er lässt so viel Spielraum zum Kombinieren, Platz für Accessoires. Ein All-rounder eben.

Sommer und doch Nähmaschine

Auch wenn für mich der Sommer die Zeit des Gartens ist, bin ich dennoch dazugekommen, mir den einen oder anderen Wunsch mit meiner Nähmaschine zu erfüllen. Gemütlich und auch für Gartenarbeit geeignet ist diese Jogginghose von Muddi Joggers. Und ich freue mich jetzt schon wieder darauf, dass es wärmer wird und ich die Bux wieder strapazieren kann.
Den Stoff habe ich bei MN Stoffen in Rheinberg gekauft, war nur ein Coupon für 6€. Seit kurzem gibt es auch einen online Shop bei MN Stoffen. 

Freitag, 13. September 2019

Nicht dass ihr denkt...

ich sei in den letzten Monaten faul gewesen. Ich nähe für mein Leben gern. Am liebsten für kleine Mäuse.
Da entstehen Hosen zum Faulenzen.
Aber auch Sweaties gehören ins Repertoire, genäht nach dem Wunsch einer kleinen jungen Dame.

Für die kalte Jahreszeit gibt es Mützen und Halssocken oder auch Mützen mit Halswärmer. Immer nach den Wünschen der Kleinen

Aber auch ich selbst will und darf nicht zu kurz kommen. Komplettes Outfit, Jogginghosen und Kleider, alles auch Straßen tauglich.

Geerdet

...das bin ich wieder. Glaube ich zumindest. Zwischenzeitlich hat sich viel ereignet. Ich kämpfte um mein Leben und gewann. Mein altes, neues Zuhause habe ich bearbeitet und bin noch lange nicht fertig. Und ja ... ich tue wieder Dinge, die mir einst große Freude bereitet haben. Wie gesagt ... allerlei Hand gemacht. Freilandgurken in Hülle und Fülle, Zucchini in Massen. Alles will verarbeitet werden.
Und dann habe ich wieder angefangen, Socken zu stricken. Dieses Mal sind es Spiralsocken. Endlich mal keine Ferse stricken. Auf die Idee hat mich eine ehemalige Schülerin gebracht, die mir ein Paar dieser Socken zu Weihnachten geschenkt hat. Ich liebe diese Socken.
Beim Sortieren fiel mir eine bereits seit Jahre vor sich hinschlummernde Decke in die Hände. Sie will endlich fertig gestickt werden. Also Nadel raus und los. Ziel: Weihnachten. Genauer gesagt, 1. Feiertag als Mitteldecke. Mal sehen, ob es klappt.

Doch das ist noch längst nicht alles.
Wer es noch nicht weiß, mein Papa spinnt. Nein, ich bin nicht garstig. Ich liebe ihn. Er spinnt mit Rad und Rohwolle. Gesponnene Rohwolle gibt es in unserem Haus in rauen Mengen. Doch immer nur weiß, wenn ich sie dann bis zu 4Mal gewaschen habe? Nein. Viel zu langweilig. Also muss gefärbt werden. Kikis Hexenküche ist eröffnet. Das Ergebnis der Probe ist gar nicht so schlecht. Und in den nächsten Tagen geht es weiter, sofern mir mein Garten die Zeit dazu lässt.

Dienstag, 12. Juni 2018

Neuanfang

Manchmal klingt es so einfach: Mach doch wieder das, was du die letzten Jahre nicht tun konntest. Einfacher gesagt, als getan.
Ich kann wieder frei - mehr oder weniger - über meine Zeit verfügen. Seit dem 1. Juni. Doch ich fühle mich überflüssig. Habe zu viel Zeit, obwohl ich sehr viel zu tun habe. Trotzdem fehlt mir die tägliche Fahrt, die ich vier Jahre lang tagein, tagaus vor mir hatte. Manchmal war es mir schon fast zu viel, doch dann ... Ja dann wusste ich: Du willst dahin, hast ein Versprechen gegeben. Ich wollte meine Liebstes nicht allein lassen. Und jetzt ... Alles vorbei...
Trauer, Selbstzweifel, nicht doch genug gekämpft zu haben, plagen mich. Verzweiflung macht sich breit, auch wenn meine Familie mir sagt, dass ich mehr als genug getan habe. Für mich ist das nicht genug. Am Freitag nehme ich meine Mama wieder mit nach Hause. Ich habe sie dem Papa aus den Händen gerissen, da es keinen vernünftigen Pflegeplatz zu Hause gab. Also bin ich es auch, die Mamilein wieder nach Hause bringt, dahin wo sie hingehört.
"Ich kann nicht mehr schlafen", diese Worte sind mein Leben seit über einer Woche. Ich rieche sie, ich spüre ihre Hände beim Gehen und die Kälte beim Abschiednehmen. Nichts ist mehr wie es war. Alles ist mit einem Mal anders.
Am meisten aber nerven mich die tröstenden Worte aller. Das, was sie mir sagen, weiß ich alles selbst.
Also auf Neuanfang. Garten, Nähen, Lesen, Stricken, Sticken. Mal sehen, ob das hilft.